Neuerung HvO sorgt bei BRK-Bereitschaft für Rekordzahlen
Jahresversammlung zieht erste Bilanz nach Installation der Helfer vor Ort – Dienst ist weiter auf Spenden angewiesen

Untermitterdorf. Die 59. Jahresversammlung der BRK-Bereitschaft Raindorf war geprägt von den anstehenden Neuwahlen. Viel lobende Worte gab es für die funktionierende Zusammenarbeit von Jung und Alt und sowie den neuen Einsatzdienst der Helfer vor Ort.
Der scheidende Bereitschaftsleiter Christian Aulinger begrüßte unter den 44 Anwesenden besonders Landrat Ronny Raith, Kirchbergs Bürgermeister Robert Muhr, den stv. Leiter Rettungsdienst Erwin Trauner, die beiden Kreisbereitschaftsleiter Bianca Schiller und Andreas Weichselgartner, Ehrenbereitschaftsleiter Michael Aulinger, Kreisbrandmeister Tobias Ertl, den Leiter der Patenbereitschaft Bodenmais, André Soboczenski, sowie Bereitschaftsarzt Georg Potzner. Dann legte man eine Gedenkminute für die 2024 verstorbenen Mitglieder Erwin Hof, Josef Schiller (Raindorf), Willi Kraft und Georg Pfeffer ein.
Auch im Jahr 2024 konnte die Bereitschaft erneut einen beträchtlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen, sodass die Ortsgruppe nun 153 Mitglieder aufweist. Bedingt durch die sehr zeitintensive Aus- und Fortbildung der HvO-Mitglieder ergab sich mit über 13 200 Einsatzstunden ein bisher noch nie dagewesener Stundenumfang.
Die geleistete Arbeit verteilte sich neben den Helfern vor Ort hauptsächlich auf die Sparten Aus- und Weiterbildung, den ehrenamtlichen Einsatz an den Rettungswachen sowie die psychosoziale Notfallversorgung. Mareike Ganz, Nicole Lukas und Lisa Sporrer hatten dafür die erforderliche Ausbildung absolviert. Patrizia Augustin und Sabrina Schreiner haben die Sanitätsausbildung abgeschlossen. Julia Aigner, Vanessa Hirtreiter, Teresa Schmid und Jonas Trauner sind neue Rettungssanitäter. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Jungmitglieder war die Bereitschaft im Jahr 2024 bei zwölf Sanitätsdiensten auch außerhalb von Kirchberg vertreten. Der reibungslos funktionierende Blutspendedienst fand viel Lob des Ortsgruppenleiters.
Das Vereinsjahr bot viele Höhepunkte, die der Bereitschaftsleiter in seinem Vortrag noch einmal Revue passieren ließ. So etwa zwei Übungen zusammen mit den Feuerwehren Kirchberg und Lalling, die Wanderung zur Gutsalm Harlachberg sowie die Stabsrahmenübung am Landratsamt Regen zusammen mit der Feuerwehrschule Geretsried und den Feuerwehren des Landkreises.
Trotz der Novellierung des Rettungsdienstgesetzes wurde der in Untermitterdorf stationierte RTW zu 37 Einsätzen alarmiert, wenn der öffentlich-rechtliche Rettungsdienst überlastet war. Mit der Inbetriebnahme des nahe gelegenen Rettungsstellplatzes Rinchnach zum 1. April 2025 erhofft sich Bereitschaftsleiter Aulinger eine Entspannung der Situation. Das Weinfest war ebenso gut besucht wie der Stand beim Kirchberger Weihnachtsmarkt.
Als stellv. BRK-Kreisgeschäftsführer könne er die Arbeit des Bereitschaftsleiters in Raindorf leider nicht mehr weiterführen, sagte Christian Aulinger, deshalb stelle er sich nicht mehr zur Wahl. Er werde aber dem neuen Team auch weiterhin tatkräftig zur Seite stehen. HvO-Leiter Stefan Aulinger bedankte sich insbesondere bei Yvonne und Erwin Trauner für ihren Einsatz in der Ausbildung der HvO-Mitglieder. Nach wie vor sei der Einsatzdienst auf Spenden angewiesen, da die Einsatzfahrten nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden können.
2024 waren die Helfer vor Ort insgesamt 375 Mal gefordert, wobei etwa zwei Drittel auf die Gemeinde Kirchberg und ein Drittel auf Kirchdorf entfielen. Den Großteil machten dabei internistische Notfälle aus. Am meisten habe er sich, so der HvO-Leiter, über die Verleihung des Respect Award der Rotarier an alle Helfer vor Ort im Landkreis gefreut.
Kassier Christian Gigl berichtete, dass sich im zweiten Jahr in Folge auf dem Konto der Bereitschaft keine Bewegungen ergeben haben. Deshalb wurde bei der jüngsten Vorstandschaftssitzung einstimmig beschlossen, dieses aufzulösen und die Summe auf das Hinterlegungskonto beim Kreisverband einzubezahlen.
Den Hauptanteil der Ausgaben mache die Fahrzeug- und Helferausstattung der HvO aus, so Gigl. Nur durch großzügige Zuwendungen von außen sei es möglich gewesen, ein größeres Finanzdefizit zu verhindern, merkte Gigl kritisch an. Die Kassenprüfer Stefan Aulinger und Markus Hannes bescheinigten dem Kassier einwandfreie Arbeit.
Einstimmig gewählt wurden Stefan Aulinger als neuer 1. Bereitschaftsleiter, Lukas Schrönghamer (2. Bereitschaftsleiter), Christian Gigl (1. Kassier), Thomas Möltner (2. Kassier), Bianca Schiller (1. Schriftführerin) und Vanessa Hirtreiter (2. Schriftführerin). Simon Loibl ist 1. HvO-Leiter, Jonas Trauner ist 2. HvO-Leiter.
Als Beisitzer wurden Christoph Rager, Daniel Schmitt, Isabella Aulinger, Sabrina Schrönghamer, Lisa Sporrer und Tim Stürmer bestellt. Daniel Schmitt ist verantwortlich für SEG/Rettungsdienst, Lukas Schrönghamer für den Sanitätsdienst, Lisa Sporrer für PSNV und Tim Stürmer für Information und Kommunikation.
Bürgermeister Robert Muhr lobte die enge Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt in der Ortsgruppe. „Alles richtig gemacht“ kommentierte er die Entscheidung, nach der Novellierung des Rettungsdienstgesetzes einen HvO-Dienst zu installieren. Insbesondere bedankte er sich beim scheidenden Bereitschaftsleiter Christian Aulinger für dessen Engagement. In seiner Funktion als stellv. Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes sprach Ronny Raith. Vor dem Hintergrund der Probleme im Gesundheitswesen sei die Arbeit der Ehrenamtlichen umso wertvoller, zumal sie es auch seien, die Menschen in Not als Erstes versorgten.
Auch für sie sei ein Besuch der Bereitschaft wie Heimkommen, meinte Kreisbereitschaftsleiterin Bianca Schiller. Man habe gemeinsam viele intensive Momente erlebt, sehr traurige wie auch sehr schöne, sagte sie an Christian Aulinger gewandt. Sie zeigte sich begeistert davon, dass sich mit Stefan Aulinger ein engagierter junger Mann bereit erklärt habe, die Nachfolge von Christian Aulinger anzutreten. KBM Tobias Ertl dankte den Anwesenden für ihr großes Engagement. Lobend hob er die enge Zusammenarbeit beider Einsatzdienste hervor. Gerade der Großbrand im Sommer habe gezeigt, wie reibungslos die Zusammenarbeit funktioniere.
EHRUNGEN
Für ihre Mitgliedschaft wurden geehrt: Fünf Dienstjahre – Julia Aigner; zehn Dienstjahre – Lukas Schrönghamer, Jonas Trauner, Julia Zeilinger; 15 Dienstjahre – Stefan Aulinger, Michelle Pinzl; 20 Dienstjahre – Christoph Rager; 25 Jahre – Georg Potzner, 30 Jahre – Markus Hannes; 35 Jahre – Josefa Aulinger, Lydia Aulinger; 45 Dienstjahre – Edeltraud Habereder.
Ehrenbereitschaftsleiter Michael Aulinger hob die Verdienste des jüngst verstorbenen Georg Pfeffer hervor; ohne ihn gäbe es die Ortsgruppe heute nicht mehr.